Weingut Schloss Gobelsburg Erweiterungen und Umbauten
Weingut Schloss Gobelsburg
Gewerbe
Ort:
Gobelsburg
Bauherr:
Weingut Schloss Gobelsburg GmbH
Nutzung:
Weingut bestehend aus Tanklagern, Hochregallagern, Gewölbekellern, Presshaus samt neuer Zufahrt, Expedit, Büros
Maßnahmen:
mehrere Um- und Zubauten
Nutzfläche gesamt:
ca. 6.330 m²
Fertigstellung:
3 Bauphasen: 2001/2002, 2008/2009, 2018-2021
Unser Auftrag:
Entwurf, Einreichplanung, Ausschreibung, Ausführungsplanung & Örtliche Bauaufsicht
Projektbeschreibung
Das Weingut Schloss Gobelsburg wurde von uns in insgesamt 3 Phasen erweitert:
Im Jahr 2002 wurde als Ergänzung des Bestands eine Weinlagerhalle mit etwa 500 m² Nutzfläche errichtet. Die Bauweise aus Fertigteil-Hohlwänden und einer Hohldielendecke mit einer Spannweite von 18 m ermöglichte eine vollkommen stützenfreie Konstruktion.
Im Jahr 2009 wurde das Weingut nochmals erweitert. In dieser Phase wurden ein Tanklager, sowie ein neues Presshaus errichtet. Der Aushub für das Tanklager stellte eine besondere Herausforderung dar, da das Gebäude in den Hang hineingebaut ist und die Baugrube stellenweise 9 m hoch zu sichern war. Auch die Sicherung der unterirdisch angrenzenden Gewölbekeller musste gewährleistet werden.
Das Presshaus wurde als großes Flugdach konzipiert. Als Wind- und Witterungsschutz dient an zwei Seiten eine Fassade aus Glas und Corten-Stahl.
In der vorerst letzten Bauphase wurden von 2018 bis 2021 diverse Nutzungsbereiche ergänzt, so etwa das Büro erweitert, eine weitere Halle als Halbfertiglager und ein Tanklager ergänzt. Außerdem wurde die Zufahrt zum Presshaus neu und großzügiger angelegt um die Logistik speziell bei der Weinlese zu erleichtern.
Der wesentliche Bauteil war allerdings die Errichtung eines Fasskellers in Form einer unterirdischen Gewölbeanlage mit einer Gesamtfläche von ca. 1.000 m². Der Keller wurde nach alter handwerklicher Tradition errichtet und besteht im Wesentlichen aus Tonnen- und Kreuzgewölben aus Normalformat-Ziegeln. Die Gewölbe haben Stichhöhen bis zu 5,30m. Der Erdaushub für diesen Baukörper, das angrenzende Tanklager und die Baustellenzufahrt umfasste über 25.000 m³ Erdreich, das zum Teil für die Aufschüttung der neuen Zufahrt zum Presshaus verwendet wurde.
Um dem Anspruch ein Gebäude für viele Generationen zu bauen gerecht zu werden, galt es für alle Beteiligten besondere Herausforderungen zu meistern, wie z.B. der gänzliche Verzicht auf Stahlbeton oder eine Abdichtungsmethode zu finden, die einerseits Jahrhunderte überdauert, andererseits aber dennoch eine gewisse Erdfeuchte ins Innere durchlässt, die für das besondere Klima in einem Weinkeller erforderlich ist.
Fotos zum Teil (c) Valerie Marie Voithofer